Einladung zur Bildungsreise 2015

„Selbstvergewisserung zu Auschwitz“

(nach Krakau, Oswiecim und Warschau) vom 19. bis 25. Oktober 2015.

der Kurt und Herma Römer Stiftung (Hamburg).

„So vergessen Sie doch! Sie müssen doch auch vergeben können“: mit diesem Zitat illustrierte Inge Deutschkron im Bundestag die Meinung vieler Deutscher in der Nachkriegszeit. Es sind perfide Sätze, die die Schuld umkehren sollen: von der Schuld, derjenigen, die beim Morden zugeschaut haben, in eine derjenigen, die dem Morden gerade erst mit Glück entronnen waren. Es waren bleierne Zeiten, als Oberbürgermister Grußworte zu Treffen der SS-Leibstandarte Adolf Hitler fanden und die wenigen Strafverfolger der Naziverbrechen ihres Lebens nicht sicher sein konnten. Fast alle Angehörigen dieser Schwamm-drüber!-Genration sind längst verstorben. Ihr Wunsch wird sich nicht erfüllen. Die meisten Deutschen haben begriffen, dass man aus der Geschichte nicht aussteigen kann. Längst geht es dabei mehr um die eigene Schuld, Nein, die Deutschen sind nicht verpflichtet, dreimal in der Woche der Naziverbrechen und der Untaten ihrer eigenen Urgroßväter zu gedenken. Sie müssen auch nicht jede Sonderausstellung besichtigen. Es reicht, wenn ihnen bewußt ist, daß die NS-Verbrechen ein Teil ihrer eigenen, ganz persönlichen Geschichte sind.“

(Klaus Hillenbrand in der taz, die tageszeitung, 2.Februar 2013)

Einladung zur Studienreise

„Selbstvergewisserung zu Auschwitz“

(nach Krakau , Oşwięcim und Warschau)

vom 19. bis 25. Oktober 2015

Im vergangenen Jahr besuchten über eineinhalb Millionen Menschen die Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau. Sechs Prozent davon waren Deutsche. Sie lagen nach polnischen, britischen, US-amerikanischen und italienischen Besucher_innen auf dem fünften Platz. Fast zwei Drittel sind junge Menschen.

Dieser Tatort des nationalsozialistischen Deutschland gehört heute zu den wichtigen Zielen individuellen europäischen Tourismus, denn das Interesse am Holocaust wächst weiter.

Die Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau hat mit im westeuropäischen Vergleich geringen finanziellen Mittel einen aufklärenden, würdigen und berührenden Ort der Erinnerung für allein reisende Besucher_innen genauso für Familien mit Kindern (ab 12 Jahren) wie für Gruppen geschaffen.

Dadurch wird natürlich das Unbegreifliche des industriell organisierten Mordes an jüdischen Menschen aus ganz Europa nicht begreiflicher.

Es gibt aber gute Chancen, sich vor Ort selbst zu vergewissern.

Für Menschen, die das nicht alleine tun wollen, bietet die Kurt und Herma Römer Stiftung jährlich Studienreisen für Erwachsene zur „Selbstvergewisserung zu Auschwitz“ nach Krakau und Oşwięcim zum Selbstkostenpreis an. In Krakau geht es um die Stationen der jüdischen Opfer vor der Deportation in den Tod und ihr Leben vor 1940. Mittlerweile schließt die Reise mit einem Besuch im POLIN-Museum zur tausendjährigen Geschichte der jüdischen Polinnen und Polen in Warschau ab. Die Reisegruppe stammt in der Regel aus alten und neuen sozialen Bewegungen in der Altersgruppe ab Mitte 30 bis beweglichen 70plus Interessent_innen.

Da dieses Projekt seit fast zwanzig Jahren selbstorganisiert durchgeführt wird, entstand auch eine „freie Nachfrage“, die die Stiftung gerne annimmt.

LIEBER NICHT ALLEIN

Im Laufe der langen Zeit hat sich herausgestellt, dass sich manche politisch aufgeklärte Menschen scheuen, allein in das ehemalige deutsche Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz zu reisen und eine „sichere Gruppe“ mit humanistischem Resonanzboden bevorzugen.

Vor allem für derart Interessierte ist das Programm der Reise angelegt. 2015 gibt es Abreiseorte in Hamburg, Berlin und München, sowie Vorbereitungstreffen in

  • München (ÄNDERUNG TERMIN: jetzt Samstag, 5.September 2015|15 Uhr im Gewerkschaftshaus München, Schwanthalerstraße 64 beim DGB Bildungswerk) und in
  • Hamburg (Samstag, 26.September 2015|15 Uhr im Centro Sociale, Sternstraße 2|Hamburg, gegenüber U-Bahn „Feldstraße“).

Literatur zur Vor- und Nachbereitung:

  •  Sybille Steinbacher, Auschwitz – Geschichte und Nachgeschichte (das Buch wird jedem/r Mitreisenden zur Verfügung gestellt und mit dem Kostenbeitrag abgedeckt)
  • Primo Levi, Ist das ein Mensch?
  • Götz Aly, Susanne Heim, Vordenker der Vernichtung, Auschwitz und die deutschen Pläne für eine neue europäische Ordnung

Kostenbeitrag/Reisepreis 2015:

ab/bis Hamburg oder München: € 740,00, ab/bis Berlin: € 690,00

In dem Kostenbeitrag/Reisepreis sind folgende

Leistungen enthalten:

  • Bahnfahrten ab Hamburg/München/Berlin nach Krakau und Warschau und zurück sowie die Regionalbahnfahrten von Krakau nach Oswiecim und zurück sowie Straßenbahn/Bus in Krakau und Warschau
  • Vier Übernachtungen in Hotel (Mittelklasse) in Krakau und jeweils eine Übernachtung in Oswiecim und Warschau (bei Einzelzimmer Zuschlag von € 110,00)
  • „Verpflegung“ wie Halbpension: Frühstück und täglich ein warmes Essen in einer Gaststätte (2-3 Gänge, abwechslungsreich, auf Wunsch vegetarisch, Wasser, Tee/Kaffee)
  • Kosten des angebotenen Programms sowie Übersetzungen (polnisch)
  • Leseheft zur Vorbereitung und das Buch von Sybille Steinbacher
  • Sicherungsschein nach § 651 k GBG durch Ex Oriente Lux GmbH, Berlin
  • Veranstalterin: Kurt und Herma Römer Stiftung, Hamburg

Anmeldeschluss: 15. September 2015

Programm der Bildungsreise:

Programm der Studienreise nach Krakau und Oswiecim 2015

Anmeldeformular:

Anmeldung Studienreise Krakau Oswiecim Warschau Oktober 2015

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